Kurzbericht zu den ESRS

Die bifa Umweltinstitut GmbH hat in ihrem aktuellen Newsletter einen spannenden Beitrag zum Them „European Sustainability Reporting Standards (ESRS) – Eine machbare Aufgabe!“ verfasst. Darin nimmt Herr Dr.-Ing. Fatah Naji eine Analyse der fünf Standards zum Thema Umwelt vor. Bei Interesse können Sie den ganzen Artikel unter folgendem Link einsehen:

European Sustainability Reporting Standards (ESRS) – Eine machbare Aufgabe!: Bifa

Viel Spaß beim Lesen!

Workshopveranstaltung zu „Nachhaltigkeitsberichterstattung – Pflicht erfüllen, Chancen erkennen“ im Rahmen des Nürnberg DIGITAL FESTIVALS 2023

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Nürnberg und dem NKubator Nürnberg hat das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt KlimFi: Klimaberichterstattung bei KMU (KliK) einen ganztätigen Workshop zu den regulatorischen Anforderungen und aktuellen Gesetzesvorschlägen der Nachhaltigkeitsberichterstattung am 10.06.2023 in Nürnberg angeboten. Der Workshop richtete sich insbesondere an Führungskräfte und Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -manager in Unternehmen. Die Veranstaltung wurde moderiert von der Soziologin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin der bifa Umweltinstitut GmbH, Ruth Berkmüller. Neben den Vorträgen von Dr.-Ing. Fatah Naji von der bifa Umweltinstitut GmbH zum Thema „Instrumente und Werkzeuge zum eigenen Nachhaltigkeitsbericht“ und von Johanna Wagner vom Lehrstuhl BWL I der Universität Bayreuth zu „Überblick rechtlicher Grundlagen und Regulierungsanforderungen sowie bereits existierender Standards und Rahmenwerke“ diskutierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppenarbeiten die Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in der Unternehmenspraxis. Unter Leitung von Monika Bokelmann und Ruth Berkmüller, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der bifa Umweltinstitut GmbH, wurden mithilfe von kommunikations- und kreativitätsfördernden Methoden relevante (Fach-)Kompetenzen in Unternehmen zur Erstellung der Nachhaltigkeitsberichterstattung bestimmt. Anhand von Fallbeispielen wurde eine Wesentlichkeitsmatrix unter Berücksichtigung der doppelten Wesentlichkeit in Übereinstimmung mit den Vorgaben der CSRD erarbeitet. Unter Anwendung der Galeriemethode, eine Konferenz- und Brainwritingmethode, mit der Lösungsansätze durch intuitive Generierung von Ideen und einer logisch-strukturierten Herangehensweise an die jeweiligen Problemstellungen miteinander kombiniert werden, wurden in Rahmen von Case Studies Prozesslandkarten mit allen relevanten Prozessen eines Unternehmens zur Erstellung der Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt. Die Ergebnisse des Workshops werden von der bifa Umweltinstitut GmbH und dem Lehrstuhl BWL I aufbereitet und zusammengefasst und anschließend veröffentlicht. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse, die wertvollen Beiträge und spannenden Diskussionen. Wir bedanken uns außerdem bei der Wirtschaftsförderung Nürnberg für die Unterstützung bei der Workshopdurchführung sowie die Bereitstellung der Räumlichkeiten im Wirtschafts- und Wissenschaftsrathaus mit einer großartigen Aussicht auf die Kaiserburg Nürnberg.

Aktueller Stand des KliK- Projekts

Das KliK-Projekt macht stetige Fortschritte bei der Untersuchung und Analyse der Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMUs. Derzeit sind wir in einem intensiven Prozess der Auswertung von über 2.000 Nachhaltigkeitsberichten aus der DNK-Datenbank. Diese umfassende quantitative Analyse ermöglicht es uns, tief in die Materie einzutauchen und einen Einblick in die Vielfalt der angesprochenen Nachhaltigkeitsthemen zu gewinnen. Sie bietet uns auch die Möglichkeit, die Tiefe und Qualität der Berichterstattung sowie das allgemeine Sentiment gegenüber Nachhaltigkeitsthemen einzuschätzen. Noch wichtiger ist, dass wir durch die Analyse dieser umfangreichen Datensammlung erste Trends identifizieren können. Wir können sehen, welche Themen im Laufe der Zeit an Bedeutung gewonnen haben, welche Bereiche von Unternehmen als besonders relevant angesehen werden und wie sich die Herangehensweise an die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt. Parallel dazu führen wir qualitative Methoden wie Experteninterviews und Workshops durch, um einen tieferen Einblick in die Praxis und die Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erhalten. Diese kombinierte Herangehensweise ermöglicht uns, ein vollständiges Bild der aktuellen Lage zu zeichnen. Darüber hinaus haben wir eine Online-Umfrage erstellt, um die Sichtweise von KMUs auf Nachhaltigkeit besser zu verstehen. Wir möchten erfahren, wie KMUs Nachhaltigkeit interpretieren, wie sie die Kosten und Vorteile von Nachhaltigkeitsmaßnahmen einschätzen und wie sie ihre Berichterstattung gestalten. Wir sind davon überzeugt, dass die Ergebnisse dieser Forschung dazu beitragen können, die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verbessern und Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Wir laden Sie herzlich ein, an unserer Online Umfrage unter https://s2survey.net/klik2023/ teilzunehmen und uns dabei zu unterstützen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bedanken uns für Ihre Unterstützung bei diesem wichtigen Projekt.

Bericht zur Projektauftaktveranstaltung

Am Mittwoch, den 7. Dezember 2022, fand die Auftaktveranstaltung zum Verbundprojekt “Klimaberichterstattung bei kleinen und mittleren Unternehmen – KliK“ in der Handwerkskammer für Oberfranken in Bayreuth mit mehr als 70 Gästen statt. Am Verbundprojekt sind das Betriebswirtschaftliche Forschungszentrum für Fragen der mittelständischen Wirtschaft e. V. (BFM), der Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre I: Finanzwirtschaft und Bankenbetriebslehre (Lehrstuhl BWL I) an der Universität Bayreuth und das bifa Umweltinstitut GmbH in Augsburg beteiligt.

Die Auftaktveranstaltung wurde in drei Teile aufgeteilt, dessen Moderation von Frau Dr. Franziska Sperling des bifa Umweltinstituts übernommen wurde: Zur Begrüßung gab es einleitende Worte von Herrn Prof. Dr. Torsten M. Kühlmann, Präsident des BFM, und Herrn Dipl.-Geogr. Rainer Beck, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken. Letzterer machte auf die Dringlichkeit des Themas – insbesondere für den Mittelstand – aufmerksam. Im ersten Teil der Veranstaltung wurde das Verbundprojekt “Klimaberichterstattung bei kleinen und mittleren Unternehmen – KliK“ von Herrn Prof. Dr. Klaus Schäfer kurz vorgestellt, welches das Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung mit Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) umfasst. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und läuft im Zeitraum von August 2022 bis September 2025. Ziele des Projektes sind die Auswertung der regulatorischen Anforderungen, die Beurteilung des Status quo der Klimaberichterstattung bei KMU sowie die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse und die Entwicklung eines standardisierten Rahmenmodells. Um diese Ziele zu erfüllen, wird das Verbundprojekt in sechs Arbeitspakete untergliedert, welche gesondert unter den einzelnen Instituten aufgeteilt werden: Arbeitspaket 1 „Analyse existierender Rahmenwerke“ und Arbeitspaket 2 „Status quo der Berichterstattung“ werden gemeinsam vom BFM und Lehrstuhl BWL I bearbeitet. Mit Arbeitspaket 3 „Ökobilanzielle Untersuchung und Messkonzepte“ befasst sich das bifa Umweltinstitut. Das Arbeitspaket 4 „Kosten-, Wirksamkeits- und Nutzenanalyse“ und das Arbeitspaket 5 „Klimarisiken und Nachhaltigkeitsberichterstattung im Kreditgeschäft“ werden vom Lehrstuhl BWL I erforscht. Die „Leitfadenentwicklung“ umfasst das Arbeitspaket 6, welches vom BFM bearbeitet wird.

Folgend auf die Vorstellung des Projekts wurden im zweiten Teil der Veranstaltung zwei Fachvorträge vorgestellt. Der erste Fachvortrag von Herrn Prof. Dr. Andreas Höfer, Hochschule der Deutschen Bundesbank, befasste sich mit dem Dilemma des Klimaschutzes. Um dieses Dilemma zu veranschaulichen, zeigte Herr Prof. Dr. Höfer mithilfe der Spieltheorie, wie sich zwei Staaten, welche ein Klimaabkommen beschlossen haben, verhalten. So würden sich beide Staaten nicht an das Klimaabkommen halten, wodurch diese schlechter gestellt werden. Beide Staaten würden sich nicht an das Abkommen halten, da – wenn sich ein Staat an das Abkommen hält und der andere nicht –  der Staat, welcher sich an das Abkommen hält, wirtschaftlich deutlich schlechter gestellt wäre. Als Lösung für dieses Dilemma könnten neben einer Bestrafung bzw. eines Embargos für Staaten, die sich nicht an das Abkommen halten, auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung dienen. Der zweite Fachvortrag durch Herrn Dr.-Ing. Fatah Naji vom bifa Umweltinstitut  befasste sich mit der Wichtigkeit des Themas des Arbeitspakets 3, der Ökobilanzierung. Um dies zu veranschaulichen, wurden der Kunststoffverbrauch in Deutschland und der Kunststoffeinträge für die Umwelt sowie das Treibhauspotenzial von Tüten und Tragetaschen sowie anderer verschiedener Materialien grafisch dargestellt. Als Ausblick für Arbeitspaket 3 wurde zum Abschluss des Vortrags auf die Anwendungsmöglichkeiten und Varianten ökologischer Bewertungen eingegangen.

Der letzte Teil der Auftaktveranstaltungen wurden interaktiv gestaltet. Dabei wurden zwei Diskussionsrunden für die Gäste vor Ort und eine Diskussionsrunde für die Gäste, welche online zugeschaltet waren, abgehalten, um Anregungen, Wünsche und Ziele der KMUs zu dem Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung bei eben diesen zu sammeln. Die Diskussionsrunde zum Thema CO2-Fußabdruck, Klima- und Ökobilanzierung wurde unter der Leitung von Herrn Dr.-Ing- Fatah Naji und Frau Dr. Franziska Sperling des bifa Umweltinstitut durchgeführt. Die andere Diskussionsrunde zum Thema Erstellung und Berichtspraxis wurde vom Lehrstuhl der Universität Bayreuth durch Herrn Prof. Klaus Schäfer, Frau Johanna Wagner und Herrrn Andreas Horn, sowie Herrn Simon Rath des BF/M übernommen und handelte von Nachhaltigkeit als Faktor in der Kreditvergabe. Die Online-Diskussion war ein Themenübergreifender Workshop unter der Leitung des bifa Umweltinstituts.

Nach Angaben der Gäste ist das Thema rund um die Nachhaltigkeitsberichterstattung von großer Bedeutung. Allerdings blicken diese auch mit viel Unsicherheit und Fragen auf dieses Thema und erhoffen sich mithilfe des Projektes einen Leitfaden zur erfolgreichen Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung bei ihren Unternehmen. Neben der Wichtigkeit der Frage, wie erstellt man einen Nachhaltigkeitsbericht, fragten die Gäste nach dem Nutzen der Nachhaltigkeitsberichterstattung für ihre Unternehmen.

Abschließend kann festgehalten werden, dass die Auftaktveranstaltung des Verbundprojekts “Klimaberichterstattung bei kleinen und mittleren Unternehmen – KliK“ auf ein großes Interesse von KMUs aber auch anderer Akteure gestoßen ist, was die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Projektes verdeutlichten.

Einladung zur Projektauftaktveranstaltung

7. Dezember 2022

 

17:00 – 19:00 Uhr

 

Handwerkskammer für Oberfranken,
Achteckgebäude, Sitzungssaal, II. OG,
Äußere Badstraße 24, 95448 Bayreuth

Das Projektteam lädt alle interessierten Unternehmen und Organisationen herzlich zur Projektauftaktveranstaltung ein!

Mit der Auftaktveranstaltung am 7. Dezember 2022 möchten wir Sie über das Projekt und seine Ziele informieren, sowie allen Teilnehmenden in einem intensiven Austausch die Möglichkeit bieten, eigene Erfahrungen und Probleme in die Projektarbeit einzubringen. Für weitere Informationen haben wir Ihnen das Einladungsschreiben inklusive der Agenda zum Download bereit gestellt.

Bitte nutzen Sie zur Anmeldung das Formular über die Webseite des BF/M-Bayreuth. Alle interessierten Unternehmen und Organisationen sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und auch digital möglich.

 

Wir freuen uns auf Sie!

Teilnahme an Umfrage – Unterstützen Sie das KliK- Projekt!

Das KliK-Projekt arbeitet daran, die Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMUs zu verbessern. Wir erforschen und analysieren aktuelle Trends, um ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Praxis zu erstellen.

Wir haben dafür eine Online-Umfrage erstellt, um die Perspektive von KMUs hinsichtlich Nachhaltigkeit besser zu verstehen. Ihre Meinung ist von entscheidender Bedeutung. Wir laden Sie herzlich ein, uns Ihre Erfahrungen und Ansichten mitzuteilen. Sie helfen uns damit, praxisnahe und nützliche Empfehlungen für die Zukunft der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu formulieren.

Die Umfrage dauert nur wenige Minuten. Ihre Antworten werden vertraulich behandelt und nur zu Forschungszwecken verwendet.

Hier finden Sie den Link zur Umfrage: https://s2survey.net/klik2023/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Kick Off – Erfolgreicher Start in die Projektarbeit

Startschuss für den Projektverbund

30 Monate Arbeit, ein Budget von circa 590.000 Euro, 3 Organisationen und insgesamt 10 involvierte Mitarbeiter: Viel Kapazität, um an den Projektergebnissen zu arbeiten. Einiges soll erreicht werden bis zum Ende des Projektes.

Bilanzierung Kompetenzaufbau

Das BF/M-Bayreuth übernimmt federführend die Untersuchung der Qualität und Aussagekraft existierender Standardisierungsformate, regulatorische Anforderungen sowie den aktuellen Stand von Klima- und Nachhaltigkeitsberichten in der Praxis. Zum Abschluss des Projektes zeichnet das BF/M-Bayreuth Verantwortung für die Konzeptionierung und Implementierung eines einheitlichen und transparenten Rahmenwerkes, das insbesondere die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen in den Fokus rückt.

Im Laufe der Projektarbeit koordiniert das BF/M-Bayreuth darüber hinaus die Etablierung eines Netzwerkkreises, welcher einen Austausch und Kompetenzaufbau mit regionalen Unternehmen, Kommunen und Wirtschaftsförderungen fördern und verstetigen soll. Mehr dazu in der Zukunft!

Bedeutung für die Finanzwirtschaft

Der Lehrstuhl BWL I: Finanzwirtschaft und Bankbetriebswirtschaft der Universität Bayreuth ist im Projekt federführend verantwortlich für die finanzwirtschaftlichen, bankspezifischen und rechtlichen Forschungs- und Projektschwerpunkte. Im Rahmen von Kosten-Nutzen- und Kosten-Wirksamkeits-Analysen werden Klima- und Nachhaltigkeitsberichte als Instrument und Maßnahme für KMU anhand von quantitativen und qualitativen Kriterien und Berechnungsmodellen bewertet. Zudem wird die Relevanz von Nachhaltigkeitsaspekten und die Rolle von Klimaberichten in der Kreditvergabe gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Finanzpraxis analysiert.

Der LS BWL I (UBT) verfolgt im Rahmen des Projektvorhabens das Ziel, die Forderung nach mehr Transparenz nachhaltiger Aktivitäten und den Beitrag nachhaltiger Finanzprodukte und Finanzierungsmöglichkeiten für die Real- und Finanzwirtschaft von KMU und Mittelstand zu erforschen und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen in den Transformationsprozessen sowohl für die Realwirtschaft als auch den öffentlichen Sektor zu ermitteln. Zudem möchte der LS BWL I (UBT) einen Dialog zwischen Wissenschaft, politischen Entscheidungsorganen, Unternehmen und Finanzinstituten führen und die Relevanz von Klimarisiken und der Sustainable Finance für KMU und Mittelstand diskutieren.

Messmodell und Ökobilanzierung

Das bifa Umweltinstitut an der Universität Augsburg widmet sich im Rahmen der projektarbeit der Erstellung einer Ökobilanz anhand eines Modellunternehmens und untersucht, ob diese als Informations- und Entscheidungsinstrument zur Darstellung und Ableitung von qualitativen und quantitativen Kennzahlen für die Klima- und Nachhaltigkeitsberichterstattung geeignet ist. Zudem ist bifa im Verbundprojekt die Schnittstelle zwischen Betriebs- und Finanzwirtschaft und der Ökologie und Technik und übernimmt die qualitativen und quantitativen Datenerhebungen und -auswertungen über alle Arbeitspakete hinweg.

Ziel von bifa ist es, mithilfe der Projektergebnisse das Know-how im Bereich Life Cycle Assessment als Instrument für nachhaltiges und damit ressourcenschonendes, energie- und materialsparendes Wirtschaften und Produzieren zu stärken. bifa möchte durch die Erweiterung der Datenbasis den wissenschaftlichen Kenntnistand in der Unternehmenspraxis vertiefen und Hilfestellungen für KMU geben, Instrumente und Methoden effektiv, effizient und bestmöglich selbständig in die Unternehmensstrukturen zu integrieren. KMU sollen sensibilisiert werden, nachhaltige Aktivitäten zu identifizieren und nutzbringend abzubilden.

Das KliK- Team beim TRR 266 Forum

Am 13.06.2023 begaben sich der Lehrstuhl BWL I und das BF/M Bayreuth auf den Weg nach Mannheim, um dort das TRR 266 FORUM zu dem Thema „Grüne Transparenz oder Datendschungel? ESG- Herausforderungen in Berichterstattung und Besteuerung“ zu besuchen.  Die dort durchgeführten Panels und Keynotes bieten dabei interessante Anknüpfungspunkte für das KliK-Projekt. „TRR 266 Accounting for Transparency“ ist ein Sonderforschungsbereich, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Mehrere deutsche Universitäten arbeiten hier zusammen, um der Frage nachzugehen, ob eine stärkere Regulierung im ESG-Bereich tatsächlich zu erhöhter Transparenz führt.

Der Tag startete mit einem Panel zum Thema „Wie erreichen wir am besten ESG-Ziele?“. Auch Vertreterinnen und Vertreter börsennotierter Unternehmen, darunter BASF und SAP, nahmen an der Diskussion teil. Es herrschte Einigkeit darüber, dass Unternehmen ihren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten müssen. Betont wurde, dass nicht nur externe Stakeholder für diese Einstellung verantwortlich sind, sondern sogar – so zumindest gesagt – primär eine intrinsische Motivation dahintersteht. Kritisiert wurde allerdings, dass durch die steigenden regulatorischen Anforderungen der Überblick verloren geht. Dies führt zu einer Verlagerung des eigentlichen Problems: Statt darüber zu diskutieren, wie Unternehmen die Umwelt besser schützen und weniger belasten können, geht es aktuell vor allem darum, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Es wurden Mängel in der Konsistenz und Widersprüchlichkeit innerhalb der EU-Taxonomie und zwischen den Gesetzen kritisiert. Selbst große Konzerne wie BASF betonten in dem Panel, dass sie damit an ihre Grenzen stoßen.

Diese Erkenntnis unterstreicht für das KliK- Team erneut die Dringlichkeit ihres eigenen Projekts. Angesichts der Tatsache, dass selbst Großkonzerne trotz ihrer erheblichen finanziellen und personellen Ressourcen sowie etablierten internen Strukturen erhebliche Schwierigkeiten haben, erscheint die Situation für KMUs noch weitaus herausfordernder.

Im Anschluss präsentierte der Finanzvorstand der Heidelberg Materials die Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens in einem praxisorientierten Vortrag. Der CO2- Ausstoß in der Zementherstellung ist dabei enorm hoch, pro Tonne Zement werden aktuell 560kg CO2 ausgestoßen. Der Prozess der Zementherstellung wurde erläutert. Entlang dieser Produktionsschritte wurde gezeigt, in welchen einzelnen Bereichen welche Menge an CO2 anfällt und wie hier Einsparungen bereits vorgenommen werden und welche Schritte weiterhin nötig sind. Ziel ist eine Reduktion des Ausstoßes pro Tonne Zement auf 400kg bis 2030. Der Finanzvorstand äußerte jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Regulierung, die unterschiedliche und oft widersprüchliche Vorgaben für verschiedene Materialien macht. Des Weiteren wies er auf die Herausforderungen bei der länderübergreifenden Koordination hin. Zum Beispiel wäre am italienischen Standort die Umstellung auf einen umweltfreundlicheren Energiegewinnungsprozess möglich, doch die Dauer des Antragsverfahrens erstreckt sich über mehrere Jahre. In anderen Ländern fehlt hingegen die notwendige Infrastruktur, um auf alternative Energiegewinnungsmethoden oder Rohstoffe zurückzugreifen. Darüber hinaus existiert an einigen Standorten außerhalb Europas ein geringeres Bewusstsein für die Dringlichkeit und den zentralen Stellenwert von Nachhaltigkeit, was die Durchsetzung solcher Maßnahmen erschwert.

Am Nachmittag folgten weitere aufschlussreiche Diskussionsrunden. Dabei wurde unter anderem die Verbindung von ESG-Zielen (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) mit der Managementvergütung behandelt. Es wurde deutlich, dass die praktische Umsetzung noch stark variiert. BASF beispielsweise koppelt die Vergütung des Vorstands an die Reduktion von CO2. Andere Unternehmen hingegen legen den Fokus verstärkt auf Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, wobei Umweltziele oftmals eine untergeordnete oder gar keine Rolle spielen.

Darüber hinaus wurden ESG-Kennzahlen diskutiert und ihre Aussagekraft hinterfragt. Eine besondere Herausforderung in diesem Bereich besteht vor allem darin, wie diese Kennzahlen interpretiert und sinnvolle Benchmarks ausgewählt werden sollen. Bei manchen Kennzahlen, wie dem CO2-Ausstoß, ist die Interpretation relativ einfach: Je geringer, desto besser. Bei anderen Kennzahlen, wie der Mitarbeiterfluktuation, ist es hingegen schwieriger zu bestimmen, welcher berichtete Wert nun als gut oder schlecht zu bewerten ist.

Neben den Panels war der Nachmittag geprägt von einer interaktiven Break- Out Session. In dieser konnte zwischen unterschiedlichen Themenbereichen gewählt und mit wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Professorinnen und Professoren des TR266 Forums in Kontakt getreten werden. Dabei wurde dem KliK- Team die Seite des Sustainability Reporting Navigator gezeigt. Dieser stellt die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen des DAX 40 und des EURO STOXX 50 zur Verfügung und bewertet, inwiefern diese mit den Standards der ESRS, der IFRS und des GRI konform sind. Dabei wird den Berichten anhand einer manuellen Auswertung ein Wert zwischen 0-100% zugewiesen. Die einzelnen Reporting Standards lassen sich dann nochmals nach unterschiedlichen Bereichen aufsplitten, z.B. „GHG emissions“ oder „climate targets“. Ein ebenfalls spannendes Projekt aus dem TRR 266 ist das German Business Panel. Hier werden monatliche Umfragen an Unternehmen gerichtet, die für Unternehmen und/ oder Gesellschaft aktuell relevant sind.

In einem persönlichen Austausch mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen konnten Parallelen – wie die aktuelle Auswertung von Nachhaltigkeitsberichten – entdeckt werden. Unterschiede ergeben sich aber v.a. in der Methodik und der Zielgruppe der Auswertungen.

Das Forum bot sehr interessante Einblicke in die Praxis und auch in aktuelle wissenschaftliche Projekte. Hinsichtlich der Dimensionen des ESG- Begriffes lag der Fokus der Veranstaltung sehr auf der ökologischen Perspektive. Bereiche des „S“ und des „G“ wurden kaum angeschnitten. Auch fehlte der Bezug zu KMU sehr, sodass hier definitiv noch sehr viel Forschungspotenzial, auch für das KliK- Projekt, vorhanden ist.


Was macht KliK?

Nachhaltigkeitsberichterstattung bei KMU - Der Weg voraus

Klima- und Nachhaltigkeitsberichterstattungen sind derzeit in aller Munde. Spätestens mit der aktuell laufenden Novellierung der CSR-Richtlinie ist klar: die Berichterstattung von Nachhaltigkeitsaktivitäten in Unternehmen wird sich grundlegend verändern. Während aktuell lediglich 550 gelistete Unternehmen zur Publikation eines Nachhaltigkeitsberichts verpflichtet sind, wird sich diese Zahl in den nächsten Jahren auf 15.000 Unternehmen ausweiten – allein in Deutschland. Neben großen, gelisteten Unternehmen fallen in Zukunft auch mittelständische sowie kleine und mittlere Unternehmen in den Anwendungsbereich der Publizitätspflichtigkeit. Die CSRD projektiert die Berichtspflicht von Unternehmen wie folgt:

Quelle: Eigene Abbildung. Nach: Deutscher Nachhaltigkeitskodex (2022): Webinar. Wesentlichkeit im DNK - Einblicke und Ausblick. Online verfügbar unter: https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/de-DE/Documents/PDFs/Sustainability-Code/DNK-Webinar_Wesentlichkeitsanalyse_September_2022

Neben der regulatorischen Festsetzung der Publizitätspflicht geraten Unternehmen auch an anderer Stelle in Kontakt mit der Erfassung von Nachhaltigkeitsaktivitäten: bei der Kapitalaufnahme setzen Akteure der Finanzwirtschaft, etwas Kreditgeber, zunehmend auf ESG-Kriterien, welche ein Unternehmen anhand der berichteten Aktivitäten in den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Corporate Governance) bewerten und klassifizieren. Diese Daten liefern Anlegern auf dem Kapitalmarkt darüber hinaus Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Investitionen – und stellen somit eine wichtige Informationsquelle auf dem Kapitalmarkt da. 

Chancen und Risiken

Die systematische Erfassung von Nachhaltigkeitsaktivitäten stellt eine Erweiterung der nicht-finanziellen Berichterstattung eines Unternehmens da. Sofern jedoch nicht verpflichtend: Warum sollte sich gerade ein KMU diese Arbeit antun? Schließlich sind die Erstellung und Aufbereitung notwendiger Informationen mit bedeutendem Aufwand verbunden. Nichtsdestotrotz: Bereits jetzt erstellen viele Unternehmen auf freiwilliger Basis einen Nachhaltigkeitsbericht. Gründe variieren von einer verbesserten Kreditwürdigkeit, eines Selbstverständnisses von nachhaltigem Wirtschaften bis hin zu positiver Außendarstellung. Wo liegt also das Problem?

Die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts ist im Wesentlichen an die Offenlegung nicht-finanzieller Informationen gebunden. Die Präsentation von Daten und die Auswahl der Daten sowie Regelmäßigkeit der Erfassung und Publizität obliegen hierbei den Unternehmen. Hieraus ergibt sich ein Informationsgefälle auf Kapitalmärkten – wie sollen diese Daten miteinander verglichen werden? Wie hoch ist die tatsächliche Aussagekraft? Bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten haben sich bereits eine Reihe an Rahmenwerken etabliert, die diese Probleme durch festgelegte Vorgaben beheben sollen. Es stellen sich jedoch auch im Kontext der Anwendung verschiedenster Standards Fragen, die einer strukturellen Antwort bedürfen: Die Problematik der Vergleichbarkeit zwischen Rahmenwerken, der Möglichkeit zur Aggregation von Daten zur Erfassung gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen, der Nutzung der Daten im Kreditvergabeprozess sowie der Anwendbarkeit auf die verschiedenen Größenklassen stellen noch Herausforderungen dar, die eine transparente und kohärente Ausgestaltung der nicht-finanziellen Berichterstattung beeinträchtigen.

Lösungen in KliK

Das KliK-Projekt strebt in erster Linie die Senkung der Eintrittsbarrieren zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten bei KMU an. Es soll somit unter Berücksichtigung eines leistbaren Aufwandes die Möglichkeit zur Berichterstellung gegeben werden, welcher transparente, nachvollziehbare und somit vergleichbare Informationen enthält. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Projektteam an vier Ergebnissen:

Neben der Erarbeitung einer Klassifikation existierender Standards und Rahmenwerke, welche international, national und sektorspezifisch eine Geltungswirkung entfalten, gilt es, gesetzliche und regulatorische Anforderungen festzustellen, die an die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts gestellt werden. Im nächsten Schritt wird anhand der bereits publizierten Berichte der Ist-Zustand der Berichterstattung insbesondere bei KMU erarbeitet. Um KMU einen konkreteren Blick auf den monetären und nicht-monetären Nutzen der Berichterstattung zu ermöglichen, wird im dritten Schritt eine konkrete Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt und KMU ein realitätsnahes Bild der Berichterstattung zur Verfügung gestellt. Abschließend liefert das Projekt aus den gesammelten Informationen ein standardisiertes Rahmenmodell, welches insbesondere für KMU eine qualitativ hochwertige Erstellung ermöglichen soll.

Die wichtigsten Ergebnisse im KliK-Projekt

Praxisnähe als Erfolgsfaktor - Modellunternehmen und Netzwerkkreis

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur in Zusammenarbeit mit einem Modellunternehmen erarbeitet, sondern auch regelmäßig mit Entscheidern aus KMU reflektiert. Gemeinsam mit der Scherdel GmbH erprobt das Projektteam die Erkenntnisse direkt in der Praxis. Hierbei werden insbesondere Methoden der Klimabilanzierung durch den Partner bifa Umweltinstitut zum Einsatz kommen. Durch eine Klimabilanzierung lassen sich detaillierte Aussagen über die Klimafreundlichkeit von Produkten und Prozessen erfassen, welche wiederum in einen Nachhaltigkeitsbericht einfließen.

Um einen nachhaltigen Austausch und den Fortbestand des zu knüpfenden Netzwerks zu sichern, wird das BF/M-Bayreuth – in Kooperation mit dem Lehrstuhl Finanzwirtschaft- und Bankbetriebslehre der Universität Bayreuth – regelmäßig einen Netzwerkkreis organisieren. Dieser soll allen interessierten Unternehmen einen kurzwegigen Zugang zu Informationen der Nachhaltigkeitsberichterstattung bieten, zum Erfahrungs- und Wissensaustausch beitragen und langfristig die Kapazität von KMU zur Erstellung von nicht-finanziellen Berichten stärken.